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Betrugsmails und falsche Rechnungen sicher erkennen

Die Masche

Betrüger verschicken millionenfach Nachrichten, die aussehen wie von Ihrer Bank, einem Paketdienst, einem Zahlungsdienst oder einem Kaufhaus. Ziel ist immer eines: dass Sie auf einen Link klicken und dort Zugangsdaten eingeben — oder einen Anhang öffnen.

Die Fälschungen sind gut geworden. Auf Rechtschreibfehler zu achten reicht längst nicht mehr.

Fünf Merkmale, die zuverlässiger sind

  1. Druck und Eile. „Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt." Echte Unternehmen setzen keine Countdown-Fristen per E-Mail.
  2. Ein Link soll Sie irgendwo anmelden. Fahren Sie mit der Maus über den Link, ohne zu klicken — unten links zeigt der Browser das echte Ziel. Steht dort etwas anderes als erwartet, ist die Sache klar.
  3. Sie werden nach Daten gefragt, die der Absender längst hat. Ihre Bank kennt Ihre Kontonummer.
  4. Eine Rechnung für etwas, das Sie nicht bestellt haben — oft als Anhang, der geöffnet werden soll.
  5. Die Absenderadresse passt nicht. Nicht der angezeigte Name zählt, sondern die Adresse dahinter. Im Mailprogramm auf den Namen klicken, dann erscheint die echte Adresse.

Der eine Satz, der Sie schützt

Öffnen Sie die Seite immer selbst im Browser, nie über den Link aus der Mail. Wenn Ihre Bank Ihnen wirklich etwas mitteilen will, sehen Sie das auch, wenn Sie sich ganz normal über Ihre gewohnte Adresse anmelden. Dieser eine Umweg macht den allergrößten Teil aller Betrugsversuche wirkungslos.

Dasselbe gilt für Anrufe: Legen Sie auf und rufen Sie die Nummer zurück, die auf Ihrer Kontokarte oder Rechnung steht — nicht die, die man Ihnen nennt.

Was tun, wenn Sie schon geklickt haben

Nur den Link geöffnet, nichts eingegeben: In aller Regel ist nichts passiert. Seite schließen, Browserdaten der letzten Stunde löschen, fertig.

Zugangsdaten eingegeben:

  1. Passwort sofort ändern — von einem anderen Gerät aus, falls möglich.
  2. Überall dort ebenfalls ändern, wo Sie dasselbe Passwort verwendet haben.
  3. Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten, wo es sie gibt.
  4. Bei Bankdaten: sofort die Bank anrufen und das Konto sperren lassen.

Anhang geöffnet oder ein Programm installiert:

  1. Gerät vom Netz trennen (WLAN aus, Kabel ziehen).
  2. Nicht weiter benutzen, kein Online-Banking.
  3. Das gehört in fachliche Hände — hier lässt sich von außen nicht beurteilen, was das Programm angerichtet hat.

Wenn Geld geflossen ist: Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten. Das geht in Hamburg auch online über die Internetwache.

Die angebliche Virenwarnung im Browser

Ein Sonderfall, der besonders oft vorkommt: Eine Seite öffnet sich im Vollbild, warnt laut vor Viren und nennt eine Telefonnummer. Das ist immer Betrug — kein Virenschutz warnt über eine Webseite mit Telefonnummer.

Nicht anrufen, nichts herunterladen. Browser über Strg + Umschalt + Esc (Task-Manager) beenden und beim Neustart die Wiederherstellung der Sitzung ablehnen.

Wenn Sie bereits angerufen und jemanden auf den Rechner gelassen haben: Gerät vom Netz nehmen, alle wichtigen Passwörter von einem anderen Gerät aus ändern und den Rechner prüfen lassen.